Reisebericht: von Broome nach Darwin: (zum
Vergrößern auf die Bilder klicken)
Link: Kimberly-Tourism

Von
Broome nach Derby
sind es knapp 2 Stunden (220 km). Schon nach wenigen Kilometern wird es typisch
australisch. Dann tauchen auch bald die ersten Termitenbauten und Baobab-Bäume
auf. Kurz vor Derby fährt man am Boab Prison Tree
vorbei. Der Baobab mit einem Umfang von 14 m diente einmal als Gefängnis. Wir
erlebten dort einen schönen Sonnenuntergang, einschließlich der vielen
Kakadus, Adler und anderen fotogenen Baobabs.
Zum Übernachten fuhren wir an den Hafen. Hier treffen sich die Aussies abends
zum Angeln. Neben uns übernachteten 3 Jungs aus Deutschland. Danke an dieser
Stelle noch Mal für Bier und Wein.
Weitere 250 km sind es morgens dann bis nach Fitzroy
Crossing. Von dort gehts in den Geikie Gorge Nationalpark. Im Park sind zwei
Unternehmungen empfehlenswert. Einmal eine Bootsfahrt unter Führung eines
Rangers. Die Fahrt entlang der aufragenden Felswände ist landschaftlich sehr
schön. Gelegentlich sind Süßwasserkrokodile und auch Wasservögel zu sehen.
Die Entstehung der Schlucht aus einem fossilen Riff wird einem anschaulich
erklärt. Auch die Hochwasserstaänd der Regenzeit sind gut zu erkennen (die
große Kreuzung in Fitzroy Crossing steht dabei bis zu 13 m unter Wasser).
Am Nachmittag wanderten wir den Weg an der Westseite der Schlucht entlang.
Leider bekamen wir keine Krokodile mehr zu Sicht. Schön ist es den Weg etwas zu
verlassen und direkt an den Rand der Schlucht zu gehen. Zum Sonnenuntergang
verfärben sich dann die Felswände in verschiedenen Rottönen und spiegeln sich
stimmungsvoll im Wasser. Nachts stellen wir uns auf den großen Parkpkatz neben
dem Roadhouse in Fitzroy, da es im Park selber keine Übernachtungsmöglichkeit
gibt.

Halls Creek bietet wenig Sehenswertes. 110 km weiter auf
dem Great Northen Highway zweigt der Track in den Purnululu Nationalpark ab,
besser bekannt unter dem Namen Bungle Bungle. Kurz danach kommt Turkey
Creek (Warmun). Hier kann man auch Helicopterflüge über die Bungle Bungles
buchen.
Unser
Plan war es in Kununurra für drei Tage einen Geländewagen zu mieten, um dann
selbst zu den Bungles zu fahren. Außerdem erschien uns der Preis für einen
Helikopterflug recht hoch gegriffen. An der Raststätte gönnten wir uns mal
etwas besonderes zum Essen (siehe Speisekarte rechts). Wir entschieden uns für
Roo- und Crocburger. Dem Einen schmeckts, dem Anderen nicht. Uns eher
nicht..........
In Kununurra
fragten wir an allen großen und kleinen Autovermietungen wegen einem
Geländewagen nach. Überall dieselbe Antwort. Alle waren schon über Wochen
ausgebucht. Damit waren unsere Planungen über den Haufen geworfen. Wir checkten
erst Mal auf dem Kona
Lakeside Tourist Park zum Übernachten ein. Bloß keinen Stress
jetzt. Er liegt direkt am Lake Kununurra und neben dem Kona Park: viele
Wasservögel und schöne Abendstimmung dort. Außerdem haben wir am Pool
entspannt und einfach Mal gar nichts getan :-)
Am nächsten Tag buchten wir im Visitor Center einen Flug
mit Alligator Airways
über die Bungles und einen Sunset Cruise mit
Lake
Argyle Boat Cruise.
Da er Flug erst am darauf folgenden Tag war, hatten wir etwas
Zeit durch Kununurra zu schlendern - man will ja schließlich auch was mit nach
Hause nehmen - und die Umgebung anzuschauen. 2 km nordöstlich vom Ort ist der
Mirima Hidden Valley National Park, auch Mini Bungle Bungles genannt. Durch den
kleinen Park führt ein Trail zuerst zwischen Felsen hindurch und dann hoch auf
ein Plateau. Hier kann man ein bisschen auf den Felsen herumklettern und die
Aussicht genießen. Außdem besuchten wir noch die bekannte Zebra Rock Gallery.
Die Gallerie ist sehr sehenswert. Noch schöner ist es aber, mit dem erhaltenen
Weißbrot an den Ord River zu gehen. Im Fluss hat es große Mengen von Catfish
(Welse), denen das Brot sichtlich schmeckt. Ebenso wie den kleinen roten
Vöglen, von denen man bald umringt ist.
Am nächsten Morgen starteten wir früh Richtung
Flugplatz. Mit einer Cessna 207 flogen zunächst über den Lake Kununurra und
über das sogenannte Packsaddle Gebiet, wo mit Hilfe von Bewässerung von
Erdnüssen bis Melonen alles Mögliche angebaut wird. Dann eine Zeit lang realtiv
bergiges Gebiet, bis der Lake Argyle ins Blickfeld kommt. Der Pilot gibt immer
wieder über den Kopfhörer kurze Erkärungen ab. Der riesige Stausee aus dem
aufgestauten Ord River ist der größte künstliche Wasserspeicher des
Kontinents. 70 km Strecke mit vielen Inseln werden überflogen. Dann folgt
unendlich weites Farmland, teilweise sind Rinderherden zu erkennen. Und
plötzlich erscheinen die Felsformationen der Bungle Bungles. Bekannt sind sie
wegen ihrer eigentümlichen Form und ihren horizontalen Querstreifen,
hervorgerufen aus dem ständigen Wechsel von Regenzeiten und Austrocknung.
Leider kann man mit einer Cessna nicht wirklich richtig tief, oder gar in die
Schluchten hinein fliegen. Der Helikopterflug wäre an dieser Stelle doch besser
gewesen. Trotzdem war der Flug natürlich ein tolles und beindruckendes Erlebnis
(und teuer !).
Auf dem Rückweg überfliegt man noch die Argyle
Diamond Mine. Hier gibt es im Moment weltweit das größte Vorkommen
von Diamanten. Man sieht riesige Abraumhalden und wie weit sich die Bagger schon
in die Tiefe gegraben haben.

Kurz nach Mittag erreichten wir den knapp 100 km entfernten
Lake Argyle. Zunächst steuerten wir den Staudamm und den Aussichtspunkt an. An
einem schattigen Park am Ord River relaxten wir noch etwas bevor wir zu unserem
Sunset Cruise starteten. In einem Motorboot mit ungefähr 20 Leuten
starteten wir gegen 15 Uhr. Außer dem Kapitän war noch ein Aboriginie als
Guide an Bord. Das blaue Wasser, die roten Felswände und dann wieder der
tiefblaue Himmel bildeten einen tollen Kontrast. Beeindruckend war, wie der
Guide über die größten Entfernungen mit bloßem Auge Tierbewegungen in der
Felswand bemerkte. Der Kapitän steuerte dann die entsprechende Stelle an. Da
das Wasser an den Felsen sofort tief abfällt, konnte man recht nah heranfahren.
Auf diese Weise beobachteten wir Felsenkängurus, Kormorane und natürlich
Süßwasserkrokodile. Die Erklärungen des Guide waren sehr informativ. Wirklich
gut gemacht.
Im Lake Argyle leben auch viele Schützenfische. Schon nach kurzer Suchzeit
entdeckte der Guide einen Schwarm. Schützenfische leben von Insekten, die sie
mit einem gezielten Wasserstrahl aus bis zu 2 m Entfernung abschießen.
Unglaublich, aber wahr, denn man konnte es selber ausprobieren, wenn man sich
mit einem kleinen Stück Brot in der Hand weit über die Reeling hinauslehnte.
Zielgenau schossen die Fische das Brotstückchen zwischen den Fingern ab, um es
dann genüsslich zu verschlingen. Faszinierend.
Zum Abschluss sollte noch ein besonderes Erlebnis erfolgen. Baden war angesagt.
Und ein Gläschen Sekt zum Sonnenuntergang. Aber nicht einfach nur so, sondern
wir benutzten unsere umgedrehten Schwimmwesten als Stuhl im Wasser. So erlebt
man den Sonnenuntergang nicht alle Tage. Vor allem, da es ja tausende von
(ungefährlichen) Krokodilen im See gibt. Wirklich eine sehr gute,
empfehlenswerte und auch symphatische Tour.

Auf der weiteren Strecke überquert man schnell die Grenze
zum Northern Territory. Nur 3 km danach biegt die Schotterpiste in den Keep
River Nationalpark ab. Wir fuhren knapp 25 km auf einer roten Wellblechpiste.
Keine einfache Übung mit dem Van. Fährt man zu langsam, dann schüttelt es
einen ordentlich durch und man hat das Gefühl die Inneneinrichtung zerlegt sich
gleich in ihre Einzelteile. Fährt man schneller, dann wird die Fahrt zwar
ruhiger, aber es besteht immer die Gefahr im Graben zu landen, falls es mal
sandiger wird oder dass man direkt über einen größeren Stein fährt.
Der Keep River Gorge Walk verläuft entlang der Schlucht. Mächtige Baobabs
säumen den Weg. An den Wänden der Schlucht sind Malereien der Aborigines zu
erkennen. Eine nette Abwechslung, aber kein unbedingtes Muss im Nachhinein
gesehen. Auch wenn man mal die insgesamt 50 km Piste in Betracht zieht.

Auf dem Victoria Highway fährt man weiter nach Osten,
vorbei am großen Gregory Nationalpark, der allerdings nur für Allradfahrzeuge
interessant ist. Einige Kilometer bevor wir das Roadhouse am Victoria River
erreichten sahen wir eine kleines Schild rechts: Joe Creek Walk. Wir bogen
einfach mal ab. Nach vielleicht 5 Kilometern ist der Endpunkt der Piste
erreicht. Da die Dämmerung schon begonnen hatte beschlossen wir gleich hier zu
übernachten. Außer uns war kein Mensch da. Man steht hier inmitten
großartiger Landschaft. Von der Sonne rotgefärbte Felswände, an deren unterem
Rand lauter Palmen wachsen.
In so einsamen Nächten ist man irgendwie immer froh, dass man zu viert
unterwegs ist. Natürlich ist es total sicher dort, aber in Gesellschaft fühlt
man sich einfach wohler.
An der Informationstafel kann man sich Beschreibungen für die möglichen Walks
holen. Der schöne Rundweg dauert etwas 90 Minuten. Er führt bis an den Rand
der Felswände hoch. Von dort hat man eine fantastische Aussicht über die
gesamte Gegend. Man läuft eine Weile auf einem schmalen Pfad zwischen den
Palmen die Felswand entlang und dann nach einem Abstieg ins Tal wieder zum
Ausgangspunkt zurück. Eine landschaftlich unheimlich schöne Wanderung.


Fährt
man von westlicher Richtung nach Katherine
(Katherine
Tourism), so kommt man an den Katherine Hot
Springs direkt neben dem Highway vorbei. Eine schöne Gelegenheit nach langer
Fahrt mal ein oder zwei Stündchen zu entspannen und sich in den warmen Quellen
auszuruhen. Zum letzten Male hieß es groß Einkaufen gehen, bevor wir die Stadt
Richutng Norden verließen. Nach 60 km kommt die Abzweigung zu den Edith Falls.
Kurz nach der Abzweigung stellten wir uns etwas abseits der Straße um zu
übernachten. Wir sammelten Holz für ein Lagerfeuer. Pure Romatik
einschließlich Sonnenuntergang. Dazu gabs einfach Bohnen aus der Dose direkt in
der Glut erwärmt und natürlich schönes kaltes VB. Abenteuerherz, was willst
du mehr.......

Die Edith
Falls sind ein wahres Naturidyll. Man sollte unbedingt eine
Übernachtung auf dem Campground einplanen. Überall wimmelt es von Eisvögeln,
Sittichen, Kakadus und Kookaburras. Direkt am Camp ist der untere Fall mit einem
großen Badepool. Noch schöner ist es allerdings zum oberen Pool zu wandern.
Eine halbe Stunde benötigt man für den Aufstieg. Mit Fotopausen natürlich
etwas länger. Inmitten roter Felsen kann man dort baden, sich sonnen, im
Wasserfall duschen und ein bisschen die Gegend erkunden. Besonders schön ist es
am am Nachmittag. Und dann in der Abendstimmung zurücklaufen und den
Sonnenuntergang am Schlussabstieg zum Camp genießen. Einfach grandios.

Auf unserem weiteren Weg Richtung Darwin blieb noch Zeit
für zwei Übernachtungen im Lichtfield
Nationalpark. Dort genossen wir noch einige Stunden an den schönen
Badestellen von Buley Rockhole mit plantschen, reinspringen und auf den Felsen
sonnen. Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Camp an den Florence Falls. Da
es an einigen Stellen im Park brannte hatte man immer etwas Brandgeruch in der
Nase. So fanden wir erst spät in den Schlaf und gingen nachts noch mit der
Taschenlampe auf Possumsuche. Leider konnten wir sie zwar oft hören aber nie
sehen. Da wir im Jahr zuvor ja schonmal im Park waren beschränkten wir uns am
zweiten Tag auf die Wangi Falls. Wir fanden einen schönen Platz auf dem Camp
und konnten dann schwimmen, in den Felsen klettern und auf der Wiese Kakadus und
Goannas beobachten. Gegen Abend, als die Tagestouristen weg waren, zeigten sich
auch noch Kängurus. Nach dem Sonnenuntergang machten wir ein kleines Lagerfeuer
neben dem Van und gingen später zufrieden in unser Zuhause.

Auf den letzten 150 km nach Darwin machten wir dann
Mittagspause im Territory
Wildlife Park. Aber nachdem wir jetzt zwei Mal durch ganz Australien
gereist waren und schon so viel gesehen hatten, empfanden wir den Park eher als
langweilig. Viel schöner ist es direkt kurz vor dem Park in den warmen Quellen
baden zu gehen. Ein herrlicher großer blauer tiefer Pool. Und man kann noch den
Zufluss hinaufschwimmen bis zu einem kleinen Wasserfall. Das entspannt.......
Gegen 16 Uhr trafen wir dann in Darwin ein. Als erstes fuhren wir zur Hertz
Niederlassung, um nachzufragen was wir wegen der kaputten Windschutzscheibe
unternehmen sollen. Damit bei Abgabe des Vans am nächsten Tag nicht die
Kreditkarte mit der vollen Kaution belastet wird sollten wir unbedingt vorher
reparieren lassen. Ein kurzes Telefonat und 10 Minuten später stand das Auto
schon in der Werkstatt. 2 Stunden später waren wir schon wieder Richtung
Innenstadt unterwegs und nur 200 A$ (120 Euro) ärmer. Ein Traumpreis für
deutsche Verhältnisse.
Und so schafften wir es doch noch rechtzeitig zum Mindill Beach Sunset Market.
Jeden Donnerstag treffen sich hier die Leute am Mindill Beach um zuerst den
Sonnenuntergang anzusehen und dann über den Markt zu laufen und Live Musik zu
hören. Auf dem Markt gibts wirklich alles, und die schrägsten Typen noch dazu.
Interessant auch, was einem alles zum Essen angeboten wird. Ein schöner
Abschluss und letzte Einkaufsmöglichkeit.

Am nächsten Tag ging der Flieger. Ob´s jemals wieder nach
Australien geht ???
==>
Klick zurück